Frühling

Sich basisch ernähren wird wie viele andere Ernährungsformen immer mehr zum Trend. Fragt man die Menschen, was sie zu basischer Ernährung bewegt sagen sie „es tut mir einfach gut“. Diese Aussage hört man auch oft bei anderen Ernährungsweisen, wie Weizenfrei, ohne Laktose oder Gluten. Laktoseintoleranz und Zöliakie sind Krankheitsbilder, die messbar sind und bei denen auf jeden Fall durch eine Diät eingegriffen werden muss. Die basische Ernährung hingegen ist keine Diät die ein bestimmtes Krankheitsbild mildern soll oder gezielt bei einer Unverträglichkeit eingesetzt wird. Die Menschen essen basisch mit der Intention sich gesund zu ernähren und sich damit etwas Gutes zu tun.

Basische Ernährung und der menschliche Stoffwechsel

Jedes Lebensmittel das wir zu uns nehmen wird vom Körper verstoffwechselt. Grob gesagt fängt die Verdauung bereits im Mund an, dort werden mit Hilfe von Amylase bereits Kohlenhydrate gespalten. Im sauren Magenmilieu werden Keime abgetötet und Makronährstoffe zur Resorption in die Blutbahn vorbereitet – dies geschieht dann im Darm, welcher noch mit der sogenannten Pfortader mit der Leber verbunden ist. Ganz schön komplex also, unser Verdauungssystem. Da verwundert es wenig, dass bei den einzelnen Stoffwechselvorgängen immer auch Katalysatoren beteiligt sind, Nebenprodukte gebildet werden und auch Stoffwechselreste übrig bleiben. Diese sind oft entweder sauer, oder basisch. Das heißt, nicht jedes Lebensmittel das erst einmal „sauer schmeckt“ ist ernährungsphysiologisch gesehen auch ein säurebildendes Lebensmittel. Zitronen beispielsweise zählen in der basischen Ernährung zu den beliebten Lebensmitteln.

Was soll die basische Ernährung im Körper bewirken?

Im Grunde geht es in der basischen Ernährung also darum, möglich basenbildende Lebensmittel zu sich zu nehmen um den Körper vor der Übersäuerung zu schützen. Diese latente Azidose soll den Körper belasten, weil er laut Anhängern mehr arbeiten müsse um Säuren und Basen im Gleichgewicht zu halten. Anderen Theorien zu Folge lagern sich die Säuren als sogenannte Schlackenstoffe im Körper ab und belasten den Stoffwechsel derart, dass sich die Säurehaltige Ernährung in körperlichen Symptomen wiederspiegelt. Dazu sollen Kopfweh, verminderte Resilienz, Müdigkeit und Erschöpfung zählen.

Basen im Körper und wissenschaftliche Grundlagen

Wissenschaftliche Anhaltspunkte für Schlacken gibt es nicht. Jedoch kann man den Säuregehalt des Körpers sehr wohl messen. Blut beispielsweise hat einen normal pH-Wert von 7,36 – 7,42 und liegt damit im leicht basischen Bereich. Über ph-Wert Messungen im Urin können Anhaltspunkte für Erkrankungen geliefert werden oder Aussagen über den aktuellen Zustand des Stoffwechsels getroffen werden. Basischer Urin könnte auf vermehrtes Erbrechen hinweisen, saurer Urin auf eine Diabetes Erkrankung. Der Urin hat allerdings einen sehr breiten „Normalbereich“. Der Magen hingegen kann nur richtig funktionieren, wenn sein Milieu sauer ist – so hat jeder Körperbereich seinen ganz eigenen ideal-pH-Wert, der zum Teil auch über die Ernährung nur schwierig bis gar nicht beeinflusst werden kann.

Welche Lebensmittel sind sauer und welche basisch?

Zu den basenbildende Lebensmittel gehören nahezu alle Gemüsearten, Pilze, Kräuter, Grünkern, Lupinen, Dinkel, Paranüsse, Obst wie Ananas und Äpfel, Beeren, aber auch Orangensaft und sogar Rotwein.

Säurebildend sind vereinfacht gesagt Fisch, Fleisch, Milch(-produkte) und Ei. Aber auch Linsen, Mais und Erbsen, Kaffee sowie gängige Getreidesorten wie Reis, Weizen und Hafer.

Ist die basische Ernährung gesund?

„Keine Diät sollte schlimmer sein, als die Krankheit die mit ihr behandelt werden soll“. Die basische Ernährung zielt auf keine bestimmte Krankheit ab, sie soll laut ihren Anhängern zu einem besseren Körperbefinden beitragen. Der gesunde Mensch ist mit einem Puffersystem ausgestattet, das den Säure-Basen Haushalt perfekt reguliert und auf die einzelnen Organe abgestimmt ist. Mit einer säurelastigen Ernährung kommen gesunde Menschen somit gut zurecht. Lediglich bei bestehenden Nierenerkrankungen oder Diabetes ist es sinnvoll den Stoffwechsel und insbesondere die Azidose im Blick zu behalten und sich den Werten entsprechend zielorientiert zu ernähren. Wenn der Blut pH bei Menschen mit entsprechender Vorerkrankung unter 7,35 sinkt, kann das dazu führen, dass die Nervenleitsysteme nicht mehr richtig funktionieren – diese benötigen nämlich das leicht basische Milieu. Das führt zu Störungen in der Steuerung der Muskeln & im schlimmsten Fall auch zu Herzrhythmusstörungen.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät von einer Basendiät ab. Es gäbe keine wissenschaftliche Begründbarkeit für eine solche Ernähungsform. Zudem kann bei Verzicht auf „saure Lebensmittel“ eine Mangelernährung aufkommen.

Sieht man sich noch einmal an, welche Lebensmittel säure- und welche basenbildend sind, könnte man vereinfacht sagen, wer sich vegetarisch ernährt macht aus Basenfastensicht schon viel richtig. Beim genauen Hinsehen bedarf es natürlich noch etwas mehr Hintergrundwissen, welche Getreidearten gewählt werden sollten und welches Gemüse man lieber weglässt. Ein klasssiches basisches Gericht sind beispielsweise Kartoffeln mit Spinat: sehr gesund. Egal in welcher Ernährunsgform! Dazu reihen sich zahlreiche gemüselastige Gerichte, die zeitgleich auch sehr gut in die basische Ernährung passen und mit denen man gesundheitlich sicher auf der richtigen Seite steht. Sieht man sich die Ernähungspyramide der deutschen Gesellschaft für Ernährung an, sieht man einige parallelen mit der basischen Ernährung. Gemüse nimmt auch dort einen großen Teil ein, bei Getränken wird Wasser empfohlen, welches im Übrigen neutral wirkt. Wer keine gesundheitlichen Probleme oder Vorerkrankungen hat ist laut der deutschen Gesellschaft für Ernähung mit einer ausgewogenen Ernährung, der Vollkost unter Orientierung an den 10 Regeln der DGE gut beraten.

Quellen:

Darum sind viele Säure-Basen-Kuren Quatsch – quarks.de

10 Regeln der DGE – DGE

Di­ät­en und Fas­ten – DGE

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch beruflich darf ich in diesem Bereich in die spezielle Welt der Vitalpilze eintauchen.