Frühling

Der Herbst bricht an. Für Pilzbegeisterte heißt das: Raus in den Wald und rein ins Pilzvergnügen. Besonders die klassischen Speisepilze wie Steinpilze, Maronen, Rotkappen und die in weiten Teilen Deutschlands leider recht rar gewordenen Pfifferlinge lassen sich vorwiegend im September und Oktober, teilweise schon im August finden.
Die Faszination für das Pilze sammeln mag viele Gründe haben. Für viele ist es eine Erinnerung an das traditionelle, liebgewonnene Pilze Sammeln mit Oma und Opa früher. Andere schätzen einfach die Herausforderung, auch die verstecktesten Pilze zu entdecken. Wiederum anderen geht es schlichtweg um den einzigartig aromatischen Geschmack, der die Pilze auszeichnet. Doch ganz egal, warum man sich auf Pilzsuche begibt, das Ziel ist doch fast immer das gleiche: Ein gefülltes Körbchen.
Aber ganz so leicht ist es dann meistens doch nicht. Denn nicht in jedem Wald und nicht bei jedem Wetter lassen sich auch tatsächlich Pilze finden. Als begeisterter und langjähriger Pilzsucher möchte ich Ihnen deshalb in diesem Blogbeitrag einige Tipps geben, wie, wo und wann Sie sich am besten auf die Jagd nach Pilzen begeben.

1. Bei welchem Wetter Pilze sammeln?

Bei welchem Wetter wachsen Pilze? – Eine sicherlich oft gestellte Frage und doch ist der Faktor Wetter meist unterschätzt. Speisepilze wachsen nicht nach Kalender, sondern vielmehr nach ihrer inneren Uhr. Entscheidend ist meiner Erfahrung noch vor allem der Niederschlag und die Temperatur.
Optimale Bedingung ist eine Wärmephase von mehreren Tagen oder Wochen nach einer längeren Regenphase. Ein feuchter Waldboden begleitet von einer angenehmen Herbstwärme lässt die Pilze oft nur so herausschießen. Auch die klimatischen Verhältnisse des Sommers können einen Unterschied machen. Denn waren die Sommermonate eher trocken und heiß, so dauert es viel länger und braucht mehr Regen, bis der Waldboden wieder ausreichend feucht für Pilze ist.
Zudem neigen viele Pilzsucher dazu, zu ungeduldig zu sein. So begeben sich Einige schon wenige Tage nach dem Regen in den Wald – und werden deshalb in vielen Fällen enttäuscht. Hier heißt es: Geduld haben und abwarten.
Wann also nach dem Regen Pilzesammeln?
Genau lässt sich das nicht sagen. Schließlich hat es einen Grund, warum Pilze ein ganzes Forschungsgebiet darstellen. Aber persönlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es mindestens eine Woche braucht, bis die Pilze sprießen. Zu bedenken gilt es hier aber auch, dass man den Pilzen ausreichend Zeit gibt, zu wachsen. Bei einem Steinpilz dauert es beispielsweise ca. drei Tage, bis er eine angemessene Größe erreicht hat.
Die Frage sollte deshalb nicht heißen: Bei welchem Wetter Pilze suchen? Sondern: Nach welchem wachsen Pilze.

2. In welchem Wald Pilze sammeln?

Ob ein Wald für Pilze geeignet ist, lässt sich oft schon auf den ersten Blick herausfinden. Auch diesen Faktor, wie das Wetter auch, könnte man enorm detailliert angehen und so mit Nährstoffen, geographischer Lage usw. genauestens bestimmen, wo welche Pilze wachsen. Um den Rahmen dieses Beitrags nicht zu sprengen beschränke ich mich hier aber auf ein paar bewährte Faustregeln.
Also ganz platt gefragt: In welchem Wald wachsen Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen? Viele Speisepilze, darunter auch der Steinpilz und die Herbsttrompete, lieben Mischwälder. Das heißt nicht, dass in reinen Laub- und Nadelwäldern keine Pilze wachsen können, aber generell ist man im Mischwald bei seiner Suche erfolgreicher.
Wie dicht der Wald bewachsen ist, kann auch oft entscheidend sein. Denn wo vor lauter Bäumen und Gestrüpp kaum noch Lichtstrahlen den Waldboden erreichen, werden in den meisten Fällen auch kaum Pilze anzutreffen sein. Hierbei ist der moosige Untergrund meiner Erfahrung nach ein guter Indikator. An diesem ist nebenbei bemerkt auch gut zu erkennen ob der Waldboden feucht genug ist.
Als letzter Hinweis hierzu seien noch die umgeworfenen Bäume und Äste angesprochen. Wenn der Waldboden flächendeckend von Sträuchern, Hölzern oder morschen Ästen bedeckt ist, ist die Wahrscheinlichkeit Pilze zu finden, recht gering.

3. Welche Pilze mitnehmen?

Pilze suchen kann bei Leichtsinnigkeit gefährlich werden. Die Frage hierbei sollte nicht lauten: Welche Pilze sind giftig, sondern vielmehr: Welche sind es sicher nicht? Es gibt zahlreiche giftige und ungenießbare Pilzarten, die den essbaren Speisepilzen teilweise zum Verwechseln ähnlichsehen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie nur diejenigen Pilze mitnehmen, die Sie auch sicher kennen. Und auch wenn es einem innerlich wehtut – wenn man sich nicht sicher ist, dann lässt man den Pilz lieber im Wald stehen.
Auf Pilzneulinge kann das etwas ernüchternd wirken. Um Pilze kennenzulernen und sicher bestimmen zu können empfiehlt es sich, Pilzexperten zu begleiten und sich Merkmale von essbaren Pilzen genauestens erklären zu lassen. Bilder oder Beschreibungen im Netz oder in Büchern sind mit Vorsicht zu genießen. Man sollte sich nicht nur auf Beschreibungen oder Fotos verlassen, Verwechslungsgefahren können dadurch nicht immer vermieden werden.
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4. Pilze abschneiden oder herausdrehen?

Die Frage, ob man Pilze abschneiden oder rausdrehen sollte, spaltet die Pilzbegeisterte noch immer. Bis heute herrschen Gerüchte vor, dass man das Myzel des Pilzes zerstören würde, wenn man ihn aus dem Boden herausdreht anstatt zu schneiden.
Tatsächlich ist mittlerweile aber geklärt, dass das Herausdrehen dem Pilz nicht schadet, solange das entstehende Loch im Boden wieder abgedeckt wird. Gerade bei Steinpilzen und einigen anderen Röhrlingen geht beim Schneiden eine ganze Menge an leckerem Pilzfleisch verloren, das man einfach im Boden verrotten lässt. Das ist doch schade um den leckeren Pilz, oder nicht?
Wichtig ist aber festzuhalten, dass hierbei von drehen und nicht von reißen gesprochen wird. Denn dabei kann das Myzel sehr wohl beschädigt werden. Deshalb den Pilz vorsichtig herausdrehen und das Loch über dem Myzel wieder mit Moos oder Erde wieder zudecken. So finden Sie auch nächstes Jahr vielleicht an derselben Stelle wieder ein paar Pilze.

5. Was mitnehmen zum Pilze sammeln?

Zur Standardausrüstung eines jeden Pilzsammlers sollte ein Messer (optimalerweise ein Pilzmesser mit integriertem Reinigungspinsel), griffige Schuhe und ein Korb gehören. Warum ein Messer, wenn gerade erörtert wurde, dass nicht geschnitten, sondern gedreht wird? – Damit der Pilz im Wald schonmal geputzt werden kann. So hat man nicht die ganzen Waldreste daheim und zusätzlich bleiben nicht mehr verwendbare Pilze dabei gleich im Wald. So bereitet man den Tieren im Wald auch gleich eine Freude.
Und was braucht man noch zum Pilze sammeln? Persönlich kann ich das „Mitnehmen“ von Freunden oder Familie empfehlen. Das Pilze Suchen hat meiner Erfahrung nach auch stets einen geselligen Aspekt. Zu zweit oder gar mit der ganzen Familie macht das Suchen doch gleich viel mehr Spaß – Und man kann zur Pilzbestimmung auch seine Gefährten fragen, wenn man sich selbst nicht sicher ist.

Ich wünsche euch viel Freude beim Pilze sammeln & suchen!

Euer Tobias

Schon früher als Kind bin ich begeistert durch den Wald spaziert und habe mit einem Strahlen im Gesicht die Pilze ins Körbchen gelegt. Bei Pilze Wohlrab kann ich meine große Leidenschaft, das Pilze Suchen, mit meinem dualen Studium verknüpfen.