Vitalpilze Blog

„Vitalpilze sind eine wichtige Ergänzung, eine Bereicherung und ein Teil der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin.“

So Dr. Josef Hummelsberger, Facharzt für innere Medizin und Leiter der Praxisgemeinschaft für Chinesische Medizin in München in einem Interview mit Dipl. oec. troph. U. Brodbeck.

Erfahren Sie mehr über Dr. Hummelsberger und die Vitalpilze

Ulrike Brodbeck: Sie leiten eine Praxis für Chinesische Medizin, Akupunktur, TCM und Tuina in München. Aktuell interessieren Sie sich auch für Vitalpilze, die ja bekanntlich einen Teil in der TCM ausmachen. Was ist/war für Sie für hier ausschlaggebend für dieses Interesse?

Dr. Hummelsberger: Ich beschäftige mich seit über 30 Jahren mit Chinesischer Medizin und behandele seit mehr als 20 Jahren Patienten mit Chinesischer Medizin und allen „5 Säulen“: Akupunktur, Phytotherapie, Tuina, Diätetik und Taji/Qigong. Arzneimittel, Kräuter und andere Substanzen sind die Königsdisziplin der TCM, Basis ist eine gute und klare Diagnose, sowohl von Seiten der westlichen Medizin als auch eine klare chinesische, energetische Diagnose. Pilze sind sowohl Arznei-  als auch Lebensmittel, und das nicht nur bei uns im Westen sondern auch in China, wo die Wirkeigenschaften von Lebens- und Arzneimitteln nach dem gleichen Muster beschrieben werden.

 

 

Ulrike Brodbeck: Haben Sie oder einer Ihrer Praxis-Kollegen/innen bereits Erfahrungen mit Vitalpilzen gemacht?

Dr. Hummelsberger: Sehr viel Erfahrung haben wir mit den in den Rezepturen verwendeten Pilzen, Poria und Polyporus, besonders Ganoderma (Anm. = Reishi) hat immense Bedeutung.  Die anderen Pilzarten nehmen an Bedeutung zu und werden breit eingesetzt zur Unterstützung, aber auch weil sie erst seit einigen Jahren in guter Qualität verfügbar sind – Lingzhi war unter Li Shizhen (berühmter chinesischer Pharmakologe aus dem 18. Jhd.)  noch sehr selten zu finden und sehr teuer. Pilze sind ein wichtiger Teil und unterstützen die Heilung des Patienten in vielfältiger Weise.

Ulrike Brodbeck: Welche Vital-  oder auch Medizinalpilze genannt, sind für Sie von größter Bedeutung?

Dr. Hummelsberger: Kurz und in Stichworten

Ganoderma lucidum: Lingzhi, Reishi: viel westliche Forschung dazu, immunolgische Effekte nachgewiesem, enthält Polysaccharide, Triterpene und Vitamine, essentielle Aminosäuren sowie Ballaststoffe. In der chinesischen Medizin sagenumwoben aus der daoistischen Tradition als „Pilz der Unsterblichkeit, Langlebigkeit“.

 

Coriolus versicolor, Trametes versicolor: Yunzhi  (Schmetterlingstramete)

Li Shizhens „schwarzer Pilz“: vollendet, neutral, ungiftig, stärkt des Qi des FK Niere. Macht Kopf klar und verbessert Sicht, gegen Altern, für die Unsterblichkeit!

Lentinus edodes : xianggu (shiitake)

Im Pardigma neutral, süß, lienalis und stomachi, qi mehrend, Mitte stützend, Exanthemen zum Durchbruch helfend (Masern), in Japan als Medikament gegen Magen-Ca zugelassen, Cholesterinstoffwechsel wird günstig beeinflusst

Hericium erinaceus: houtou (getrocknet, „Affenkopfpilz“) Igelstachelbart

vorzüglicher Speisepilz, bei Magengeschwüren, stimmungsaufhellend, soll bei Krebs im Magen und Darm helfen.

 

Cordyceps sinensis: dongchong xiacao (Winterraupe Sommergras)

Pilze der Familie Clavicipitaceae schmarotzen auf Mottenlarven, stütz den FK Niere, wirkt allgemein Energie zuführend, bei Impotenz und Infertlität, auch als Aphrodisiakum!

Ulrike Brodbeck: Die Möglichkeiten von alternative Medizinformen, wie z. B. der TCM, sind für viele Patienten oft völlig unbekannt. Wie finden Ihre Patienten zu Ihnen?

Dr. Hummelsberger: Durch gute Arbeit, Empfehlung von KollegInnen und Patienten, denen geholfen wurde …

Ulrike Brodbeck: Was würden Sie unseren Leser/innen abschließend gerne zum Thema Vitalpilze mit auf den Weg geben?

Dr. Hummelsberger: Vitalpilze sind eine wichtige Ergänzung und Bereicherung und Teil der TCM. Vor Einnahme aber immer erfahrenen Therapeuten und TCM-Arzt wegen der Diagnose fragen!

Herr Dr. Hummelsberger vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen weiter viel Erfolg!
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Mit Pilzen groß geworden, war mir nicht immer klar, dass mich mein Weg mal in den Familienbetrieb führt - nicht erzwungen und ein wenig unvorbereitet wagte ich dann jedoch den Schritt in den elterlichen Betrieb. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue!