Frühling

Was ist beta-Glucan?

Beta-Glucan: die wohl berühmteste Substanz aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, die längst auch in Europa und der westlichen Welt Einzug gehalten hat. Hierzulande war sie lange Zeit hauptsächlich bekannt als der Bestandteil von Hafer, der cholesterinsenkend ist (1). In China und Japan jedoch schätzt man seit jeher das beta-Glucan aus Pilzzellwänden. Dort haben die Medizinal- oder Vitalpilze ihren Ursprung. Es gibt also zwei verschiedene Formen des gefragten Stoffes, mit jeweils einer eigenen chemischen Struktur:

1,3-1,6 Glucan aus Pilzzellwänden (Vitalpilze + Hefe)

1,4-1,6 Glucan aus Hafer (Cholesterinsenkend) (2)

Beide Arten beta-Glucan sind eine Verbindung aus jeweils den gleichen Kohlenhydratmolekülen, die ß-glykosidisch verknüpft sind. Sie sind also strukturell sehr ähnliche langkettige Zuckermoleküle, unterscheiden sich aber dennoch minimal in ihrer chemischen Struktur. Die Polysaccharide gehören zu den löslichen Ballaststoffen und finden ihren Platz in der Ernährung auch unter dem Namen „Prebiotika“, was bedeutet, dass sie den Darm auf natürliche Weise unterstützen.

Übrigens: unsere menschlichen Körperzellen gleichen im Aufbau und dem Ablauf der Stoffwechselprozesse der Hefezelle zu 70%!

In welchen Lebensmitteln versteckt sich das meiste beta-Glucan?

Am häufigsten findet man beta-Glucan in der Zellulose von Pflanzen, in der Kleie von Getreidekörnern, in den Zellwänden der Bäckerhefe und anderer Pilze, sowie Bakterien.

Die Quelle, die wir in Deutschland wohl am häufigsten ganz unbewusst aufnehmen ist die Bäcker- oder Bierhefe: Saccharomyces Cerevisiae. Mit jedem Bissen Brot und ganz besonders in der Volksfestsaison integrieren wir die beliebten Polysacharide in unseren alltäglichen Speiseplan. Jedoch sind die Mengen hier natürlich verschwindend gering und erfüllen daher keinen therapeutischen Zweck.

Die bedeutendste Quelle für beta-Glucan in der Traditionellen Chinesischen Medizin sind die Pilze Pleurotus, Reishi, Shiitake und Maitake und Chaga. Diese werden in China, Japan und Ostrussland bevorzugt und vor allem ganz bewusst eingesetzt um das Immunsystem zu stärken, Krankheiten vorzubeugen oder sie sogar zu heilen. Die Vitalpilze sind dort so weit verbreitet und so fest in der Medizin verankert, dass das beta-Glucan aus verschiedenen Pilzen sogar gesonderte Namen bekommen hat. Beta-Glucan aus Shiitake heißt beispielweise Lentinan.

Proteingebundene beta-Glucane (PSK) aus dem Coriolus versicolor sind in Japan und China offiziell als Anti-Krebs und immunmodulatorisches Mittel zugelassen. (2) Auch in unserer westlichen Welt nimmt die Nachfrage nach alternativer Medizin als Krankheitsprävention oder Ergänzung zur Schulmedizin immer mehr zu.

Was bewirkt beta-Glucan im Körper?

Durch seinen besonderen Bindungstyp wirkt beta-Glucan direkt auf unser Immunsystem ein. Es wird im Darm von den dort sitzenden Immunrezeptoren erkannt. Diese veranlassen dann eine direkte Aktivierung der Makrophagen. Makrophagen sind die ersten Immunzellen, die im Körper reagieren wenn Bakterien eindringen und eine Entzündung auszubrechen droht. (Lies dazu gerne auch unseren Blog Artikel über das Immunsystem) Die wichtigsten Akteure des Immunsystems werden also durch beta-Glucan stimuliert – damit ist unser Körper schon ready für potenzielle Eindringlinge, bevor diese überhaupt da sind.

Warum es sich doppelt lohnt das Immunsystem zu unterstützen

Das Immunsystem zu stärken ist beispielsweise im Winter, in der Zeit der Infekte und des Nasskalten Wetters ganz automatisch ein populäres und weitverbreitetes Ziel. Auch möchten wir unseren Körper stärken für Situationen wie Stress, hohe körperliche oder psychische Belastung, Medikamente, Umweltgifte und Strahlung. All dies verringert die Leistung des Immunsystems, bzw. beansprucht es in besonderem Maße. Bei längerer Überbeanspruchung verringert sich die Leistung der Makrophagen: sie werden weniger schnell aktiviert und auch ihre Anzahl sinkt. Bei bereits bestehenden Erkrankungen ist der Einstrom neuer Immunzellen ebenfalls oft verringert. Das Immunsystem „ermüdet“ sozusagen. Um die Immunabwehr von vorneherein fit für Sondersituationen zu machen, oder es im Krankheitsfall gezielt zu unterstützen, greift die TCM schon seit Generationen auf unlösliches beta-Glucan aus Medizinalpilzen zurück. Das können wir auch!

Wie nimmt man beta-Glucan ein?

Beta-Glucan ist kein Medikament. Im Falle von Hefe oder Speisepilzen ist es sogar ein ganz übliches Lebensmittel und hat folglich keine Einnahmeempfehlungen. Möchte man beta-Glucan gezielt einsetzen, ist es natürlich sinnvoll es in größeren Mengen zuzuführen. Der Auszug der Polysaccharide, zu denen beta-Glucan gehört kann in Extraktkapsel- oder Pulverform angeboten werden und gilt dann als Nahrungsergänzungsmittel. Zum Beispiel Champignon Vitalpilze Bio Onlineshop (vitalpilze-naturheilkraft.de)

Laut Mathias Oldhaver, Autor des Buches „Immunwunder beta-Glucan“ setzt die Wirkung der Medizinalpilze nach 10 – 15 Tagen der Einnahme ein. Es werden dann im Knochenmark vermehrt weiße Blutkörperchen gebildet und in den Organismus abgesondert. Diese haben die Aufgabe Keime, Viren, und Bakterien zu vernichten.

Pulverkapseln oder Extraktkapseln?

Wir von Pilze Wohlrab empfehlen zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Stärkung des Immunsystems unsere Vitalpilze in Pulverform. Zur Anwendung in akuten Krankheitsfällen haben wir unsere Extrakte entwickelt. Diese enthalten einen Polysaccharidgehalt von mindestens 30% und geben dem Körper damit eine gute Portion beta-Glucane mit auf den Weg des Heilungsprozesses. Schau dich gerne in unserem Vitalpilzsortiment um: Vitalpilze Online Shop (vitalpilze-naturheilkraft.de)

Bei Fragen steht dir unser Team selbstverständlich jederzeit per Mail oder telefonisch zu den Öffnungszeiten zur Verfügung.

Quellen:

(1) Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16.Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern (Amtsblatt der Europäischen Union L136/1) [online] EUR-Lex – 32012R0432 – EN – EUR-Lex (europa.eu) 19.02.2021

(2) Müller, Sven-David (2015): Stellenwert von beta-Glucanen. Bei welchen Erkrankungen beta-Glucane prophylaktisch oder therapeutisch erfolgreich eingesetzt werden können [Online] https://www.grin.com/document/349745 26.02.2021

(3) Oldhaver, Mathias (2019): Immunwunder beta-Glucan: Der effektive und natürliche Immunmodulator, Wiesbaden: Eubiotika Verlag

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch beruflich darf ich in diesem Bereich in die spezielle Welt der Vitalpilze eintauchen.