Frühling

Was sind eigentlich Lebensmittel-Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe werden im Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz definiert als „ein Stoff mit oder ohne Nährwert, der in der Regel weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird und einem Lebensmittel aus technologischen Gründen bei der Herstellung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung, Verpackung, Beförderung oder Lagerung zugesetzt wird, wodurch er selbst oder seine Nebenprodukte mittelbar oder unmittelbar zu einem Bestandteil des Lebensmittels werden oder werden können;“

Zusatzstoffe werden in 27 verschiedene Funktionsklassen eingeteilt. Dazu zählen unter anderem Süßungsmittel, Antioxidationsmittel, Farbstoffe, Trägerstoffe oder Trennmittel. Sie werden also zugesetzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen, die Konsistenz zu verbessern, technologische Prozesse zu vereinfachen oder den Genusswert zu steigern. Insgesamt gibt es über 300 in Deutschland zugelassene Zusatzstoffe, alle mit einer E Nummer gekennzeichnet. Das E steht dabei für Europa und die Nummer ist in jedem EU-Land einheitlich einem bestimmten Zusatzstoff zugeordnet. Diese E-Nummer sollte es EU-Bürgern leicht machen, in einem Lebensmittel beinhaltete Stoffe in allen Sprachen sofort zu erkennen, was bei zum Beispiel Unverträglichkeit wichtig ist. Jedoch werden von Herstellern vermehrt die Namen der Zusatzstoffe ohne E-Nummer deklariert.

Wann kommen Zusatzstoffe zum Einsatz?

Zusatzstoffe unterliegen dem Verbotsprinzip. Das bedeutet, ihre Verwendung ist prinzipiell verboten, außer sie wurden ausdrücklich zugelassen. Die Zulassung erfolgt in Deutschland über die European Food Safety Academy, welche nur Stoffe zulässt, die gesundheitlich unbedenklich und mit dem Schutz der Verbraucher im Einklang stehen. Die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung führt eine Liste von Zusatzstoffen die beinhaltet in welchen Lebensmitteln welche Zusatzstoffe verwendet werden dürfen. Eine Zulassung gilt also nicht automatisch für jedes Lebensmittel, sondern nur dann, wenn der Zusatzstoff für bestimmte Lebensmittel für nötig erachtet wird. Übrigens sind in einigen Ländern traditionelle Lebensmittel soweit geschützt, dass ein Verbot für bestimmte Klassen von Lebensmittelzusatzstoffen gilt. In Deutschland zählt dazu nach dem Reinheitsgebot gebrautes Bier, in Österreich der Bergkäse nach österreichischer Tradition.

Wie funktioniert die Zulassung von Zusatzstoffen?

In der Verordnung (EU) Nr. 234/2011 steht beschrieben, dass Informationen über Aufnahme, Verteilung im Körper, Verstoffwechselung und Ausscheidung sowie Informationen zur subchronischen und chronischen Toxizität, Kanzerogenität, Genotoxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität vom Antragsteller angegeben werden müssen.

Zur gesundheitlichen Bewertung wird die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) definiert. Der ADI-Wert basiert auf Tierexperimenten, bei denen über die tägliche Fütterung die Dosis herausgefunden wird, bis zu der keine unerwünschten Reaktionen auftreten. Dieser Wert wird durch den Sicherheitsfaktor von (meist) 100 geteilt um den ADI-Wert und somit die Zulassung für den menschlichen Verzehr zu erhalten. Angegeben wird der ADI in mg/kg Körpergewicht. Diese Menge kann lebenslang täglich aufgenommen werden, ohne mit Nebenwirkungen rechnen zu müssen.

Diese gesundheitliche Bewertung wurde in den Jahren 2015 – 2020 für alle bereits zugelassenen Zusatzstoffe wiederholt.

Sind Zusatzstoffe schlecht für den Körper?

Die in der EU und Deutschland zugelassenen Zusatzstoffe sind ausnahmslos wie erklärt getestet. In Studien wurde zu Ihnen, bis zum Level der zugelassenen Einnahme, kein negativer Effekt dargestellt. Laut Bundesregierung gelten mehr als die Hälfte der zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe als unbedenklich. Andere können unter Umständen:

„Einfluss auf die Verdauung und die Nährstoffaufnahme haben,

für Menschen mit bestimmten Stoffwechselbesonderheiten oder Krankheiten problematisch sein,

allergieähnliche Symptome, Allergien oder Asthma hervorrufen, die Entstehung von Krankheiten begünstigen oder im Verdacht stehen, dies zu tun.“

Was es zu bedenken gilt: alles was in den Körper gelangt, muss verstoffwechselt werden und hat demnach eine Wirkung, sei diese auch nicht als nachteilig beschrieben. Die Frage, ob man den eigenen Körper mit bestimmten Zusatzstoffen konfrontieren möchte, kann sich nur jeder selbst beantworten. Viele Zusatzstoffe haben durchaus einen positiven Nutzen für die Lebensmittel und damit für den Menschen, zum Beispiel wenn sie die Lebensmittel länger frisch halten. Ohne Konservierung würde so mancher Vorratskeller nicht existieren und einige Winter wären vor vielen Jahren sehr hart gewesen! Allerdings werden Zusatzstoffe auch eingesetzt um beispielsweise Dosenerbsen grüner zu machen, Fruchtgummis saurer und Tablettenüberzüge weißer.

Einige tragen verpflichtend den Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“ Dazu zählen vor allem Farbstoffe, wie Gelborange (E110), Chinolingelb (E104), oder Azorubin (E122).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt jedoch vor gefälschten Listen mit unseriösen Warnungen vor Zusatzstoffen. Diese finden sich immer wieder in Kindergärten, Arztpraxen und Schulen und entbehren jeglicher wissenschaftlichen Grundlage. Zum Teil tauchen dort E-Nummern auf, die in Deutschland keine Zulassung haben, oder nie vergeben wurden, also nicht existieren. Angebliche Urheber wie Forschungsinstitute, Krankenhäuser oder Ministerien haben sich auf Nachfrage des BfR ausdrücklich von diesen Listen distanziert.

Zu beachten ist auch, dass die Behörde bei der Zulassung einen gesunden, erwachsenen Verbraucher unterstellt. Der Sicherheitsfaktor ist sehr hoch, dennoch sollte dies beim Zusatzstoffkonsum für Kinder, Ältere, Schwangere, und Kranke bedacht werden, deren Stoffwechsel vor anderen Herausforderungen steht.

Gibt es einen Unterschied zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln?

Bio zertifizierte Lebensmittel unterliegen der EG-Öko-Verordnung und dürfen laut dieser nur einen Bruchteil der Zusatzstoffe enthalten.  Ganze Funktionsklassen wie Farbstoffe, Süßstoffe, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker sind in Bio Lebensmitteln verboten. Zusatzstoffe dürfen laut EG-Öko-Verordnung nur dann eingesetzt werden, wenn ohne sie keine Herstellung oder Haltbarmachung des betreffenden Lebensmittels möglich wäre. Daraus ergibt sich eine Liste von nur 48 zugelassenen Zusatzstoffen für Bio Lebensmittel.

Warum wir von Pilze Wohlrab Fertiggerichte ohne Zusatzstoffe anbieten

Fertiggerichte und Zusatzstoffe sind in den Köpfen der Menschen untrennbar miteinander verwoben. Fertiggerichte sind nahezu verpönt, sie gelten als ungesund und wer sie isst, als nicht ernährungsbewusst. Dabei können sie den Alltag so sehr erleichtern und gerade in Zeiten der Corona Pandemie so manchen Mittag mit Home-Office und Home-Schooling erleichtern. Für uns muss sich gesunde Ernährung und Fertigküche nicht ausschließen. Im Gegenteil: wir setzen auf Bio-zertifizierte Fertiggerichte ohne einen einzigen Zusatzstoff. Dafür mit gesunden Pilzen, die neben vorzüglichem Geschmack auch all ihre positiven Ernährungseigenschaften und ihr besonderes Nährstoffprofil mitbringen. Schon unsere verschiedenen Risottos probiert? https://www.vitalpilze-naturheilkraft.de/bio-fertiggerichte/

Wer Zusatzstoffe generell vermeiden möchte, für den haben wir aber auch ansonsten noch Tipps:

  1. Deklarationen lesen lernen: nicht jeder Zusatzstoff ist klar als E-Nummer erkennbar. Dennoch müssen auf der Zutatenliste alle enthaltenen Stoffe in einem Produkt angegeben sein. Zur Not hilft die Suchmaschine des Vertrauens bei unbekannten Wörtern.
  2. Kauf von Bio Produkten: Für Bio-Lebensmittel sind deutlich weniger Zusatzstoffe zugelassen und die „Not“ des Zusatzes wird enger definiert.
  3. Unverarbeitete Lebensmittel sind in der Regel frei von Zusatzstoffen.
  4. Mit frischen Lebensmitteln selbst kochen, oder beim Kauf von Fertiggerichten auf Zusatzstoffe achten.

Quellen:

https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_zusatzstoffen-2275.html

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32008R1333&from=DE https://www.bfr.bund.de/de/bewertung_von_lebensmittelzusatzstoffen-2274.html

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/zusatzstoffe-in-lebensmitteln-478622

https://www.bmel.de/DE/themen/verbraucherschutz/lebensmittelsicherheit/spezielle-lebensmittel/lebensmittelzusatzstoffe.html

https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/inhaltsstoffe/zusatzstoffe/liste-lebensmittel-zusatzstoffe-bio-lebensmittel

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/05_Zusatzstoffe/lm_zusatzst_node.html

 

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch beruflich darf ich in diesem Bereich in die spezielle Welt der Vitalpilze eintauchen.