Frühling

Wie unterstützt beta-Glucan meinen Körper

In der traditionellen chinesischen Medizin wird seit Ur-Zeiten darauf gesetzt. Auch hierzulande gibt es immer neue Forschungsansätze und daraus resultierende Studien zum Wirkprinzip des berühmten Inhaltsstoffs aus den Vitalpilzen: beta-Glucan.

In seinem Buch „Immunwunder beta-Glucan“ fasst der Autor Mathias Oldhaver einige der neuen Erkenntnisse aus der aktuellen Studienlage über beta-Glucan zusammen. Oldhaver selbst war lange in leitender Funktion einer Krankenkasse tätig, wo er stets mit Ursachen, Wirkung und vor allem der Prävention von Krankheiten in Berührung kam. In diesem Artikel findet ihr einen Überblick über die spannenden Erkenntnisse seines Werkes.

Die wohl wirkungsvollste Vorsorge vor Krankheiten ist ein gesundes, starkes Immunsystem. Genau hier setzt auch beta-Glucan an. Der Wirkansatz des beta-Glucans im menschlichen Körper findet zum Großteil im Darm statt. Dieser erkennt mit seinen Immunrezeptoren den wertvollen Inhaltsstoff aus den Pilzen und Hefen. Dadurch werden bestimmte Immunzellen – die Makrophagen – aktiviert, die in der Folge eine ganze Reihe an Immunreaktionen in Gang setzen. Das Immunsystem wird aktiv.

Das Wirkprinzip besteht aus folgenden drei Säulen:

Immunmodulation

Beta-Glucan wirkt auf mehrere Mechanismen des Immunsystems ein und aktiviert somit sowohl das erworbene als auch das angeborene Immunsystem (-> Link zum Immunsystem-Artikel).

Im Darm wird beta-Glucan von dessen Immunzellen erkannt, welche nach Andocken des beta-Glucans an deren Rezeptoren aktiviert werden. Dieser Mechanismus startet einen Domino-Effekt des Immunsystems: Die aktivierten Zellen gelangen in die Lymphknoten, wo sie Botenstoffe freisetzen und weitere Immunzellen der angeborenen und schließlich auch erworbenen Immunantwort bilden.

Im Zuge dieser Immunreaktion werden in der Leber bestimmte Proteine freigesetzt, die im Körper gegen Entzündungen vorgehen. Auch das Knochenmark ist am Prozess beteiligt. Ist die Reaktion in Gang, werden dort vermehrt weiße Blutkörperchen zur Verfügung gestellt. Jedoch besitzt nicht nur der Darm Zellen, die über den ausschlaggebenden Rezeptor verfügen, sondern auch die Monozyten im Blut und auch die sogenannten NK-Zellen der Haut. Der Körper aktiviert also einen ganzen Abwehrmechanismus gegen potenzielle Erreger.

Unterstützung antioxidativer Schutzsysteme

Antioxidativ – was bedeutet das eigentlich?  Ein Lebensmittelinhaltsstoff wird als antioxidativ bezeichnet, wenn er den Körper von „freien Radikalen“ befreit. Zu diesen antioxidativen Stoffen gehören zum Beispiel Vitamin C und E, Zink, Eisen, Selen und sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse und Obst. Studien deuten darauf hin, dass auch beta-Glucan antioxidative Schutzsysteme, die im Körper vorhanden sind, unterstützen könnte.

Doch was sind „freie Radikale“? Freie Radikale sind Sauerstoffmoleküle, denen chemisch betrachtet ein Elektron fehlt. Das macht sie sehr reaktionswillig (oder aggressiv), da sie das fehlende Elektron ersetzen möchten – sie klauen es dann gerne bei anderen Molekülen. Diese Moleküle können zum Beispiel Bestandteil der Zellmembran oder sogar der DNA sein, was wiederum Erkrankungen und den generellen Alterungsprozess des Körpers begünstigt. Freie Radikale entstehen zum Beispiel durch Alkohol, Rauchen, schlechte Ernährung und durch bestehende Erkrankungen.

Körpereigene Entgiftungssysteme können freie Radikale in Wasser umwandeln um sie dann über die Niere ausscheiden zu können. Beta-Glucane könnten diese körpereigenen Entgiftungssysteme unterstützen.

Antientzündliche Wirkung

Beta-Glucan richtet sich laut Oldhaver unter anderem an eine bestimmte Art der Makrophagen: die sogenannten  neutrophilen Granulozyten. Sie sind es, die stets als erste am Ort der Infektion vertreten sind. Ihre Aufgabe besteht darin, sich zu merken wie der Erreger aussieht und diesen in den Lymphknoten den anderen Immunzellen zu präsentieren, damit die Infektion schnell und gezielt eingedämmt werden kann. Beta-Glucan dockt an bestimmte Rezeptoren dieser Granulozyten an und kann so die Effektivität genau dieser Immunzellen erhöhen.

Für wen ist eine Einnahme von beta-Glucan sinnvoll?

Bei vielen Erkrankungen kann der Einstrom neuer Immunzellen verringert sein, weil das Immunsystem „ermüdet“. Auch Stress, hohe körperliche oder psychische Belastung, Medikamente, Umweltgifte und Strahlung verringern die Leistung des Immunsystems, bzw. beanspruchen es über einem leistbaren Maß. Bei längerer Überbeanspruchung kann sich somit die Leistung der Makrophagen verringern: sie werden weniger aktiviert und ihre Anzahl sinkt. Dagegen könnte laut Autor Mathias Oldhaver mit beta-Glucan vorgegangen werden.

Beta-Glucan – der Inhaltsstoff der Pilze in der Forschung

Die Forschung ist weiterhin sehr an dem berühmten Stoff aus den Pilzen interessiert. Es soll validiert werden, was in der traditionellen chinesischen Gesundheitskunde seit Jahrtausenden erfolgreich praktiziert wird. Neue, vielversprechende Studien gehen dabei verschiedenen Forschungsansätzen wie Erkältungen und Atemwegsinfektionen, entzündliche Erkrankungen, Allergien und Reizdarm nach. Auch in der Krebsforschung findet beta-Glucan Anklang. Jedoch können nicht nur wir Menschen davon profitieren, sondern auch unsere (Haus-)Tiere.

Beta-Glucan als sinnvolle Unterstützung für das Immunsystem?

Präventiv kann laut Mathias Oldhaver die Einnahme für alle und insbesondere für Immungeschwächte sinnvoll sein. Ab ca. dem 40. Lebensjahr nimmt die Funktionsfähigkeit des Immunsystems langsam ab, weswegen ein besonderes Augenmerk auf eine gute Unterstützung des körpereigenen Immunsystems gelegt werden sollte. Wie das Immunsystem funktioniert und was du zur Unterstützung noch alles beitragen kannst, kannst du auch in folgendem Blog-Artikel nachlesen: https://blog.vitalpilze-naturheilkraft.de/immunsystem/

Quelle:

Oldhaver, Mathias (2019): Immunwunder beta-Glucan, Wiesbaden: EubiotikaM.O. Verlag e.K.

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch beruflich darf ich in diesem Bereich in die spezielle Welt der Vitalpilze eintauchen.