Vitalpilze Blog

Speise-, sowie Vitalpilze sind wertvolle Lieferanten für Vitamine der B-Gruppe. Neben Vitamin B2 (Riboflavin) und Pantothensäure (Vitamin B5) zeichen sie sich ebenso durch ihren Gehalt an Niacin (Vitamin B3) aus.

Was ist Niacin?

Niacin ist ein Sammelbegriff für die Vitamere Nicotinsäure (NS) und Nicotinsäureamid (NA), die auch ineinander umgewandelt werden können.

Nicotinsäure, genauso wie Nicotinsäureamid sind die Ausgangspunkte für die Synthese der im Stoffwechsel biologisch wirksamen Coenzyme Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) und Nicotinamid-Adenin-Dinucleotidphosphat.

Vitamere sind strukturell ähnliche Substanzen, deren biologische Vitaminwirkung qualitativ gleichwertig ist. Coenzyme sind Verbindungen, die für die Funktion eines Enzyms unerlässlich sind.

Niacin gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Früher wurde es auch als Vitamin B3 oder Vitamin PP (pellagra preventive) bezeichnet. Der Ausdruck Vitamin PP leitet sich von der Niacin-Mangelkrankheit Pellagra ab.

Funktionen

Niacin beeinflusst in Form der beiden Coenzyme Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) sowie Nicotinamid-Adenin-Dinucleotidphosphat nahezu den gesamten Stoffwechsel. Diese sind insbesondere essentiell für folgende Funktionen:

  • Energiestoffwechsel
  • Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten
  • Reparatur der DNS (= genetische Information)
  • Stoffwechsel von Fettsäuren und Cholesterin
  • Bildung von Botenstoffen (sog. Neurotransmittern) im Gehirn
  • Regulation des Feuchtigkeitsgehalts der Haut
  • Kollagenbildung (Spannkraft und Elastizität der Haut)
  • Produktion von Salzsäure im Magen

Vorkommen

Lebensmittel enthalten natürlicherweise Nicotinsäure, Nicotinsäureamid sowie die im Stoffwechsel wirksamen Coenzymformen Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) und Nicotinamid-Adenin-Dinucleotidphosphat (NADP). Tierische Lebensmittel verfügen hauptsächlich über Nicotinsäureamid bzw. deren abgeleitete Coenzymformen NAD und NADP. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt dagegen vorwiegend Nicotinsäure vor.

Natürliche Niacin-Quellen sind insbesondere Kalb-, Rinder- und Schweineleber, Fisch, Pilze, Getreideprodukte, verschiedene Gemüsesorten und Kaffee. Speisepilze wie Pfifferlinge, Austernpilze, Champignons und Steinpilze enthalten ebenfalls reichlich Niacin. Im Durchschnitt decken 100 g Speisepilze etwa die Hälfte des Tagesbedarfs an Niacin. Ebenso Vitalpilze sind hervorragende Niacin-Lieferanten. Der Reishi Pilz liefert beispielsweise etwa 12,4 mg Niacin pro 100 g Trockenmasse, der Mandelpilz Agaricus blazei murill ca. 5,5 mg und der Shiitake Pilz im Durchschnitt 20,4 mg Niacin pro 100 g Trockenmasse. Hochwertige Speise-, sowie Vitalpilze in Bio-Qualität erhalten Sie im Onlineshop.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über den Niacin-Gehalt verschiedener Lebensmittel:

Niacin – Gehalt – angegeben in mg – pro 100 g Lebensmittel
Getreideprodukte Obst Fisch
Roggenbrot0,9Ananas0,2Austern2,2
Haferflocken1,0Birnen0,2Aal2,6
Weißbrot1,0Äpfel0,3Flunder3,4
Knäckebrot1,1Himbeeren0,3Hering3,8
Reis, natur5,2Wasser-0,3Seelachs4,0
Speisekleie17,7melonenBückling4,3
 Apfelsinen0,4Ostseehering4,3
HülsenfrüchtePflaumen0,4Heilbutt5,9 
Bohnen, weiß2,1Erdbeeren0,6Makrele7,7
Linsen2,2Bananen0,7Thunfisch8,5
Sojabohnen2,5Pfirsiche0,9
Erbsen2,8
 Milch, Milchprodukte, Ei
Gemüse, Salate, PilzeButtermilch0,1
Gurken0,2Edamer,0,1Diverses
Feldsalat0,445 % F. i. Tr.Honig0,1
Zucchini0,4Ei0,1Konfitüre0,2
Porree0,5Joghurt,0,1Marzipan1,5
Tomaten0,51,5 % FettKakaopulver3,0
Wirsing0,5Vollmilch0,1Kakaobohnen15
Blumenkohl0,6Speisequark,0,2Sesam5,0
Möhren0,6magerErdnüsse15,3
Spinat0,6Brie,1,2
Rosenkohl0,750 % F. i. Tr.
Spargel1,0Camembert,1,2
Brokkoli1,130 % F. i. Tr.
Kartoffeln1,2
Grünkohl2,1Fleisch, Geflügel, Wurstwaren
Champignon4,7Mettwurst0,15
Steinpilze4,9Schinken,0,21
Pfifferlinge6,5ohne Fettrand 
Austernpilze10,0Schnitzel4,3
  Schweinefilet4,5
 Lammfleisch5,8
  Kalbsfleisch6,3
  Rindfleisch7,5
  Hühnerleber11,6

 

Stoffwechsel von Niacin

Nicotinsäure und Nicotinsäureamid werden z.T. im Magen, aber hauptsächlich im oberen Dünndarm resorbiert. Die Coenzymformen NAD sowie NADP müssen vor der Resorption zunächst aufgespalten werden. Das durch die Spaltung entstandene Nicotinsäureamid wird dann durch Dünndarmbakterien zum Großteil in Nicotinsäure umgewandelt. Die über die Darmzellen aufgenommene Nikotinsäure gelangt über die Pfortader in die Leber. Dort wird diese zu NAD umgewandelt und in dieser Form gespeichert. Bei Bedarf wird NAD zu Nicotinamid aufgespaltet, welches über den Blutweg die anderen Organe versorgt.

Wichtig zu wissen ist zudem, dass ein Teil des Niacinbedarfs durch die essentielle Aminosäure Tryptophan gedeckt werden kann. Diese kann in der Leber mit Hilfe von Vitamin B6 ebenfalls zu NAD umgewandelt werden und auf diese Weise zur Niacin-Versorgung beitragen.

Täglicher Bedarf

Der Bedarf an Niacin wurde experimentell ermittelt und wird in Form sogenannter Niacinäquivalente angegeben.

1 mg Niacinäquivalent entspricht 1 mg Niacin oder 60 mg Tryptophan, da im Stoffwechsel aus 60 mg Tryptophan 1 mg Niacin entstehen kann.

Die Empfehlungen für Erwachsene liegen im Bereich von 15 mg (Frauen) bis 18 mg (Männer) Niacinäquivalente pro Tag. Schwangerschaft und Stillzeit erfordern höhere Niacinzufuhrmengen. Es wird hier eine Erhöhung um 2 bzw. 4 mg/ Tag empfohlen:

 mg Niacin-Äquivalent/Tag 
AlterSäuglingemännlichweiblich
0 bis 4 Monate22
4 bis 12 Monate55
Kinder
1 bis 4 Jahre77
4 bis 7 Jahre1010
7 bis 10 Jahre1212
10 bis 13 Jahre1513
Jugendliche
13 bis 15 Jahre1815
15 bis 19 Jahre1713
Erwachsene
19 bis 25 Jahre1713
25 bis 51 Jahre1613
51 bis 65 Jahre1513
Ab 65 Jahre1313
Schwangere15
Stillende17

1 mg Niacin-Äquivalent = 1 mg Nicotinsäure = 1 mg Nicotinamid = 60 mg Tryptophan

Niacinmangel

Ein Niacinmangel ist relativ selten und tritt im Allgemeinen zusammen mit einem Mangel an Vitamin B6 sowie Tryptophan auf. Der klassische Niacinmangel ist außerdem unter dem Begriff Pellagra (= rauhe Haut) bekannt. Diese Erkrankung ist im fortgeschrittenen Stadium gekennzeichnet durch Dermatitis (Hauterkrankung), Durchfall und Demenz.

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Autor

Mit Pilzen groß geworden, war mir nicht immer klar, dass mich mein Weg mal in den Familienbetrieb führt - nicht erzwungen und ein wenig unvorbereitet wagte ich dann jedoch den Schritt in den elterlichen Betrieb. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue!