Vitalpilze Blog

Nahrungsergänzungsmittel: Warum denn überhaupt supplementieren?

Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten den Vitamin D Spiegel im Körper anzuheben. Basis sollten immer eine gesunde Ernährung, sowie eine „artgerechte“ Lebensweise sein. 80% des Bedarfs deckt der „Ur-Mensch“ über die körpereigene Synthese, die über Sonnenexposition angeregt wird. Nur 20% des Bedarfs sind ursprünglich über die Nahrung zu decken. Die nötigen 80% über die Sonne zu erreichen ist für den durchschnittsdeutschen beinahe unmöglich. Zum einen ist die UV-B Intensität in den hiesigen Breitengraden nur im Sommerhalbjahr hoch genug um die körpereigene Synthese in Gang zu setzen, zum anderen ist die Zusammensetzung des Sonnenlichts auch in den Sommermonaten nur von 11 – 15 Uhr reich an UV-B Strahlung. Das fällt für einen hohen Prozentsatz der Bevölkerung in die Arbeitszeit. Auch Solarien sind keine Lösung, denn in diesen werden UV-B Strahlen zumeist herausgefiltert.

…wer die Wahl hat, hat die Qual

Es gibt diverse Arten von Supplementen, da Vitamin D für Nahrungsergänzungsmittel auf verschiedene Weisen gewonnen werden kann. Die drei hauptsächlichen Kategorien sind:

  • Nicht-Veganes Vitamin D3 aus dem Wollwachs neuseeländischer Schafe
  • Veganes Vitamin D3 aus nicht verzehrbaren Flechten
  • Veganes Vitamin D2 aus Pilzen

Alle drei Herstellungsverfahren beinhalten die Bestrahlung mit UV-B Licht. Die Wolle von Schafen beinhaltet Lanolin, sogenanntes Wollfett, das Cholesterin enthält und so genau wie unsere Haut Vitamin D bilden kann.

Flechten, die zum menschlichen Verzehr nicht geeignet oder zugelassen sind, stammen zudem meist aus Wildsammlungen. Auch hier wird das Sonnenvitamin durch eine Lichtbehandlung gebildet, allerdings entsteht hier erst D2, welches im Anschluss noch enzymatisch zu D3 umgewandelt werden muss. Der energetische Aufwand ist enorm, die Ausbeute deutlich geringer als bei Lanolin.

Und Vitamin D aus Pilzen?

Veganes Vitamin D für Nahrungsergänzungsmittel wird mittlerweile auch aus Pilzen gewonnen. Pilze bilden in der Natur wie der Mensch Vitamin D, sobald die ersten (UV-B-reichen) Sonnenstrahlen sie berühren. Ein Wiesenchampignon hat dabei folglich mehr Vitamin D als ein Pilz der im schattigen Wald, oder gar in der Fabrik gewachsen ist. So entstand die Idee, die Sonne künstlich zu den Pilzen zurückzuholen. Industriell besteht dadurch die Möglichkeit den Vitamin D Gehalt in Pilzen durch gezieltes Bestrahlen mit UV-B gefiltertem Licht um das bis zu 2000fache zu erhöhen.

Das Tolle an den Sonnenpilzen?

Pilze bilden das Vitamin sogar noch im geernteten Zustand. Das bedeutet es gibt vielfältige Möglichkeiten zur Herstellung von Vitamin D Pilzen: Sonnen während des Wachstums, als Trockenpilz oder sogar in Pulverform. Übrigens, was die Pilze einmal haben, geben sie auch nicht mehr her: denn der erhöhte Vitamin D Gehalt konnte sogar noch nach über einem Jahr nachgewiesen werden. Das so gebildete Vitamin D kann somit als natürliches Nahrungsergänzungsmittel zur gezielten Vitamin D Supplementierung angeboten werden. Die Pilze, die am häufigsten nachgesonnt werden, sind die leckeren Champignons.

Gibt es Qualitätsunterschiede?

Viele der offiziellen amtlichen Stellen differenzieren in ihren Empfehlungen und Leitlinien nicht zwischen der Aufnahme von Vitamin D2 oder Vitamin D3. Die beiden Formen des Vitamins können mit einer ähnlichen Effizienz verstoffwechselt werden. Beide sind damit in der Lage den Vitamin D Spiegel im Körper anzuheben.
Die Wissenschaft gibt uns also kaum Anhaltspunkte darüber, für welches Präparat man sich als Verbraucher entscheiden sollte.

Die Entscheidung liegt bei uns – wollen wir’s natürlich?

Wir kennen jetzt die verschiedenen Ausgangsstoffe zur Herstellung von Vitamin D Präparaten: Das Wollwachs neuseeländischer Schafe (nicht Vegan, meist nicht Bio). Zur Wahl stehen auch Flechten. Die sind eigentlich nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, bilden aber Vitamin D, das isoliert werden kann und dann als Nahrungsergänzungsmittel zum Verzehr freigegeben ist.Beide Produkte sind damit irgendwie unnatürlich oder? Würden wir auf der Wolle geschorener Schafe kauen? Oder ungenießbare Flechten essen?

Zum Glück bleibt uns da noch die dritte Variante: Veganes Vitamin D aus Pilzen, nämlich den leckeren Champignons. Hinsichtlich der Tatsache, dass der Speisepilz die einzige Stoffgruppe ist, die im Gegensatz zu nicht essbaren Flechten oder extrahiertem Wachs aus der Wolle von Schafen auch als Lebensmittel für den menschlichen Verzehr geeignet ist, scheint dies der natürlichste Weg einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D.

 

Julia

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch bei Pilze Wohlrab darf ich in diesem Bereich arbeiten.