Frühling

So manch eine:r wird sich jetzt fragen: Was soll denn diese Frage? Pilze sind doch keine Tiere! Da lohnt sich ein genauer Blick: Was sind Pilze eigentlich?

Ein eigenes Reich für Pilze

Es gibt drei große Reiche eukaryotischer Lebewesen: Wir Menschen gehören zu den Tieren, daneben gibt es die Pflanzen und das dritte Reich bilden die Pilze. Man kann sie also weder klar zu den Tieren noch zu den Pflanzen zählen.

Warum Pilze weder Pflanzen noch Tiere sind

Um die Entscheidung treffen zu können, ob Veganer:innen Pilze essen „dürfen“ sehen wir uns die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Pilzen je zu Pflanzen und Tieren genauer an.

Mit den Pflanzen gemeinsam haben sie die Sesshaftigkeit an einem Ort. Sie können allerdings keine Photosynthese betreiben, weswegen sie sich wie Tiere mit organischen Substanzen ernähren. Ihre Nahrung nehmen sie allerdings nicht wie die Tiere durch den klassischen Prozess des Essens auf; Sie nehmen gelöste Stoffe aus ihrer Umwelt direkt durch die Zellwand in die Zelle auf. Diese Zellwand ist fest, wie bei Pflanzen – und im Unterschied zu Tieren. Die Vermehrung funktioniert über Sporen.

Wissenschaftler:innen sehen auf all diesen Fakten begründet die Pilze tatsächlich näher an den Tieren, als an den Pflanzen. Also ist es gar nicht so abwegig, Pilze genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn man konsequent auf Tierprodukte verzichten will.

Nichtsdestotrotz empfehlen führende Ernährungswissenschaftler:innen aus dem Bereich Veganismus den Verzehr von Pilzen beispielsweise zur Deckung des Eiweiß- oder Vitaminbedarfs.

Warum Pilze in der veganen Küche besonders beliebt sind

Ob in Suppen, als Fleischersatz im Schnitzelformat oder als Würze in Saucen – Speisepilze sind in der vegetarischen und veganen Küche sehr beliebt. Sie verleihen Gerichten einen umami Geschmack auch ohne Fleisch und versorgen uns mit wertvollen Nährstoffen: Proteinen, Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Polysacchariden. Getrocknete Pilze (LINK) schmecken noch intensiver und machen jedes Gericht noch schmackhafter und gesünder. Sie sind lange haltbar und daher ideal für jede Vorratskammer. Unser Tipp wenn’s mal schnell gehen muss: BIO Fertiggerichte mit getrockneten Pilzen. https://www.vitalpilze-naturheilkraft.de/bio-fertiggerichte/

Warum Pilze dennoch nicht automatisch vegan sind:

Auf das Nährmedium kommt es an! Je nachdem woher man die Pilze bezieht ist es möglich, dass sich im Nährmedium, das für die Pilzzucht benötigt wird, Hühner- oder Pferdemist befindet – also Tierprodukte. Aus welcher Haltungsform kommt ist für den Verbraucher schwer nachzuvollziehen.

Deswegen setzen wir von Pilze Wohlrab aus Überzeugung auf Bio – wir nutzen für unsere Pilze ausschließlich BIO zertifizierte Nährmedien, das bedeutet jede Zutat in Pilzzucht stammt ebenfalls aus biologischen Betrieben, die regelmäßig geprüft werden. Ein Teil unserer Pilze stammt auch aus Wildsammlungen, natürlich auch hier aus unter streng ökologischen Kriterien gewählten Gebieten, aus denen regelmäßig Bodenproben entnommen werden.

Dürfen Veganer:innen Pilze essen?

Die Entscheidung vegan zu leben begründet sich meist auf zwei Fakten:

  1. Unser ethisches Empfinden Tieren gegenüber
  2. Die geringere Belastung der Umwelt im Vergleich zur omnivoren Ernährung

Man kann Pilze nicht mit 1:1 mit Tieren gleichsetzen. Für unser ethisches Empfinden scheinen sie näher an den Pflanzen, als an unserem Hund, der Kuh, oder dem Schwein. Auch die Belastung der Umwelt hinsichtlich CO2, Flächen- und Ressourcenverbrauch ist beim Pilz eher den Pflanzen zuzuordnen.

Ob Veganer:innen Pilze essen möchten, müssen sie natürlich für sich selbst entscheiden – aus Sicht spezialisierter Ernährungswissenschaftler:innen spricht nichts dagegen.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. [online] Was ist ein Pilz? / DGfM (dgfm-ev.de)

Rittenau, N. (2018): Vegan Klischee adé – wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung; Mainz, Ventil Verlag UG

Mein Studium im Ernährungsmanagement und der Diätetik geht genau in die Richtung, die ich auch privat verfolge: "Lieber vorsorgen und dem Körper die Chance geben, gesund zu bleiben, als hinterher zu heilen." Die Mikronährstofftherapie ist das, was mich schon in der Uni sehr fasziniert und auch beruflich darf ich in diesem Bereich in die spezielle Welt der Vitalpilze eintauchen.